Tipps - Baumwelt

Drachenbaumarten
Verschiedene Drachenbaumarten als Zimmerpflanze. Ganz unten ein großer Drachenbaum auf der Insel Gomera (Kanarische Inseln).

Ein Bäumchen für die Gesundheit

Wenn du deinen Eltern und dir ein besonders schönes und praktisches Geschenk machen willst, schenke ihnen doch einen kleinen Drachenbaum.
Das ist nämlich so: Alle Zimmerpflanzen sind ausgezeichnete Luftreiniger! Durch ihren eigenen Atemprozess ziehen sie Kohlendioxid aus der Zimmerluft, das wir Menschen ausatmen und das nicht gut für uns ist. Dafür produzieren Pflanzen Sauerstoff, den wir Menschen brauchen. Nebenbei filtern sie die Luft auch gleich von anderen Gasen und Hausstaub.
Unsere moderne Lebensweise bringt nämlich ein großes Problem mit sich: Heutzutage sind die Wohnungen und Fenster so gut isoliert, dass es kaum noch Luftaustausch gibt. Obendrein produzieren verschiedene technische Geräte wie Fernseher und Computer, moderne Möbel und Baumaterialien, Farben und Lacke, Klebstoffe usw. giftige Ausdünstungen, die ständig unsere Gesundheit belasten.
Da auch Astronauten von besonders viel dünstender Technik umgeben sind – und nun beim besten Willen kein Fenster ihrer Raumstation zum Lüften öffnen können! – untersuchte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA schon vor einiger Zeit, wie die Raumluft entgiftet ­werden kann. Die Ergebnisse kommen allen Erdbewohnern zugute, auch wenn man sich nicht gerade in einer Rakete befindet.
Die in Wohnräumen weit verbreitetsten Schadstoffe sind Benzol, Trichlorethylen und Formaldehyd. Die NASA untersuchte viele Hauspflanzen, das unglaublichste Ergebnis erzielte der Drachenbaum (Dracaena massangeana), der der Raumluft innerhalb von nur 24 Stunden 70 % des Formaldehyds entzog. Fast genausogut schnitten Chrysantheme (Chrysanthemum morifolium) und Gerbera (Gerbera jamesonii) ab. Weitere gute Luftreiniger sind Bogenhanf (Sansevieria laurentii), verschiede­ne Lilien-, Bambus und Philodendronarten.*
Und das Schönste: Den Pflanzen schaden diese Gifte überhaupt nicht! Sie geben sie ­nämlich durch ihre Wurzeln weiter an die Mikro­organismen in der Pflanzenerde, und die ­wandeln diese giftigen Moleküle um in un­schädliche Substanzen. Daher braucht man Topfpflanzen mit echter Erde, mit Hydrokul­turen funktioniert das nicht. Und noch besser: Hat sich eine Pflanze ­erstmal an den Gift-Cocktail eines bestimmten Zimmers gewöhnt, bekommt sie richtig »Appetit« auf diese Gifte und reinigt die Luft somit immer besser! Dazu die NASA-Wissenschaftler: »Das überrascht uns nicht, die Tatsache ist wohlbekannt, dass Mikroorganismen sich gene­tisch anpassen können und dabei ihre Fähigkeiten, giftige Chemikalien als Nahrungsquelle zu nutzen, steigern, wenn sie ständig solchen Schadstoffen ausgesetzt sind.«

* Noch mehr luftreinigende Pflanzen stehen hier auf Wikipedia, leider bisher nur in Englisch. Du kannst aber dort auf die Namen einzelner Pflanzen klicken, und bei deren Beschreibung dann die Sprache zu Deutsch ändern.

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