Gaben der Bäume - Baumwelt

Ein Baum ist 2000mal mehr wert als sein Holzpreis!

Hier erfährst du, warum

 

Früchte von Bäumen

Bäume ernähren uns

Äpfel, Mandeln, Pfirsiche, Walnüsse, Orangen, Feigen, Oliven – einfach lecker, was Bäume uns so alles schenken! Und natürlich so gesund, dass sogar Eltern nichts dagegen haben, wenn man mal nascht.

Weltweit gibt es ungefähr 750 Millionen Olivenbäume. Sie werden von Menschen gepflegt, und das ermöglicht ihnen, viel älter zu werden als sie es von Natur aus werden könnten. Dafür erhält der Mensch ihre Früchte, die Oliven. Sie enthalten eines der gesündesten Speiseöle, die es gibt.
Auch die beliebteste Frucht der Welt, die Orange, ist die Frucht eines Baumes; wie ihre Verwandten, die anderen Zitrusfrüchte: Zitrone, Limette, Mandarine und Pampelmuse. Die Orange ist übrigens eine Kreuzung der letzten beiden.

Wie der Orangen- und der Olivenbaum hatte auch der Mandelbaum schon zu biblischen Zeiten eine große Bedeutung. Das beliebteste Mandelrezept ist wahrscheinlich das Marzipan. Es wurde übrigens nicht in Lübeck erfunden, sondern vermutlich in Persien, dem heutigen Iran. Araber brachten es im Mittelalter nach Europa.

Erdbeeren wachsen allerdings nicht auf Bäumen, sondern an kleinen Pflanzen auf der Erde, wie ihr Name schon andeutet. Kleine wilde Erdbeeren waren schon in der Steinzeit ein Teil der menschlichen Ernährung. Es gibt aber auch die Gattung der Erdbeerbäume, die haben aber nichts mit Erdbeeren zu tun, sondern gehören zu den Heidekrautgewächsen. Die Früchte des in Südeuropa und Irland heimischen Westlichen Erdbeerbaumes sind aber auch rot und genießbar, wenn auch nicht so lecker wie unsere Erdbeeren.

Bäume erzeugen Sauerstoff

Für Pflanzen ist Sauerstoff ein Abfallprodukt bei der Photosynthese.

Die Photosynthese ist der Vorgang, der allen Pflanzen das Leben ermöglicht. Und damit auch allen Tieren und Menschen, die wir uns ja von Pflanzen ernähren.

Die Photosynthese ist der wichtigste Teil der Ernährung eines Baumes. Sie findet in den Blättern statt. In besonders dafür ausgebildeten Zellen wird Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt. Aus Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht werden Kohlenhydrate erzeugt, die dann von der Pflanze in Form von Stärke und Zucker gespeichert werden. Wenn die fleißigen Blätter all den Zuckersaft erzeugt haben, wird er an alle anderen Zellen im Baum verteilt: im Stamm, in den Wurzeln und in den Früchten, die bei den meisten Arten besonders viel davon erhalten.

Das Prinzip der Photosynthese kannst du dir so am leichtesten merken:

Drei Dinge hinein: Wasser, Sonnenlicht, Kohlendioxid;
drei Dinge heraus: Wasser, Sauerstoff, Zuckerlösung.

Aber die Speicherung von Sonnenenergie in Materie ist natürlich längst nicht so einfach, wie es klingt. Um die Photosynthese herum sind Tausende chemischer Reaktionen nötig, damit das funktioniert. Und all das geschieht heimlich, still und leise in den grünen Blättern!

Sämtlicher Sauerstoff in der Luft und im Meer wurde durch die Photosynthese-Arbeit von Algen und Pflanzen erzeugt. Der Regenwald am Amazonas allein produziert 20% des Sauerstoffs der Welt. Auf einem Planeten ohne Bäume würden wir ersticken.

Bäume stärken die Gesundheit

Untersuchungen in New York haben gezeigt, dass Kinder in grünen Stadtteilen viel weniger oft Asthma und Erkältungen bekommen als Kinder, die keine Bäume in der Nachbarschaft haben.

Und Krankenhäuser wissen, dass Patienten schneller gesund werden und es ihnen auch während des Krankseins besser geht, wenn sie nur auf grüne Bäume vor dem Fenster blicken können.
In Japan empfiehlt die Gesundheitsbehörde die alte Tradition des »Waldbadens«. Das hat nichts mit Baden zu tun, man braucht sich nur im Wald aufzuhalten. Zeit im Wald reduziert die Werte von Stresshormonen, stärkt das Immunsystem und hilft dadurch, Viren, Bakterien und sogar Tumorbildung abzuwehren. Denn manche Baumarten dünsten Stoffe aus, die anti-bakteriell wirken oder Pilze und Viren töten.

Man hat auch festgestellt, dass, wenn Kinder zwei Tage im Wald waren, ihr Immunsystem messbar über vier Wochen lang gestärkt bleibt.

 

Quelle: Fred Hageneder, baum-news Mai 2008 »Bäume stärken die menschliche Gesundheit«

Bäume reinigen die Luft

Um 1 kg Holz wachsen zu lassen, muss ein Baum ungefähr 1,8mal so viel Kohlendioxid aus der Luft filtern. Dabei bleiben natürlich auch viele andere Moleküle »hängen«, die in der Luft gar nichts zu suchen haben, z.B. Schwermetalle und giftige Gase. Diese werden zum Teil in Pflanzengewebe gebunden, zum Teil werden sie über die Wurzeln an die Mikroorganismen im Boden abgegeben, die sie entsorgen, indem sie sie in unschädliche Stoffe umwandeln oder im Boden einlagern.

Bäume bilden einen Windschutz

Die beweglichen Kronen der biegsamen Bäume fangen enorme Mengen Bewegungsenergie des Windes auf. Die Bäume »tanzen« im Wind und zerstreuen dabei seine Kraft. Das verhindert viele Schäden an kleineren Pflanzen, Autos und Häusern. In den Nachrichten hören wir zwar immer nur, dass bei einem schweren Sturm auch Bäume selbst (ganz oder teilweise) zu Boden stürzen, aber wie viele Millionen Häuser, Autos und Menschen durch Bäume geschützt werden, wird nie erwähnt.

Wälder halten den Grundwasserspiegel hoch

Bäume sind die größten Pflanzen, ja unter ihnen finden sich die größten Lebewesen, die es gibt (noch größer als Wale!). So haben Bäume auch die größten und stärksten Wurzelsysteme.

Baumwurzeln können bis zum Grundwasserspiegel dringen, und durch ihre Saugkraft bewahren sie ihn vor dem Absacken in tiefere Bodenschichten. Das kommt auch allen anderen Pflanzen zugute, für deren Wurzeln das Wasser so erreichbar bleibt; und den Feldern neben dem Wald, auf denen der Mensch Pflanzen für seine Ernährung anbaut.

Wälder kühlen den Planeten

Das viele Wasser, das Bäume aus dem Boden aufnehmen, entlassen sie in Form von feinstem Wasserdampf wieder aus ihren Blättern. In der Luft über Wäldern kommt dabei so viel Feuchtigkeit zusammen, dass es zur Wolkenbildung beiträgt. Somit gehören die Wälder ganz wesentlich zum Wasserkreislauf auf der Erde.

Von oben betrachtet sind Wolken vornehmlich weiß, und diese helle Farbe bewirkt, dass viel Sonnenlicht (und damit auch Sonnenwärme) zurück ins Weltall reflektiert wird, anstatt auf die Erde zu fallen. Dadurch hat die Erde seit Hunderten von Millionen Jahren ihre angenehmen Temperaturen beibehalten können.

Wälder verhindern Überschwemmungen

Mangrovenwald

Mangroven sind seltsame Bäume. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen, macht ihnen der Salzgehalt des Meerwassers nichts aus. So haben sie als Lebensraum die tropischen Meeresküsten gefunden, wo sie mit anderen Arten ganze Mangrovenwälder bilden.

Mangrovenwälder zählen zu den produktivsten Ökosystemen der Erde (neben Korallenriffen und den tropischen Regenwäldern). In ihren Kronen leben Reptilien, Säugetiere und Wasservögel.

Das dichte Wurzelwerk der Mangroven ist einmalig auf der Welt, denn es muss mit einem einzigartigen Problem fertig werden: Wurzeln brauchen etwas Sauerstoff, den es in »normalen« Waldböden mit Humusgehalt und hoher Artenvielfalt an Mikroorganismen auch gibt, aber nicht in den Schlickböden der Meeresküsten. So haben die Mangrovenwurzeln »Belüftungssysteme« entwickelt: Über der Oberfläche bilden sie so genannte Stelzwurzeln aus. Die nehmen Sauerstoff aus der Luft auf und führen ihn über spezielle luftleitende Gewebe zum unterirdischen Teil des Wurzelsystems.

Es gibt auf der ganzen Welt noch etwa 15 Millionen Hektar Mangrovenwald, und er schützt das Land vor Sturmfluten und Tsunamis.

Aber auch andere Waldarten halten den Wasserkreislauf im Gleichgewicht. Die häufigen Überschwemmungen, von denen man in Europa hört (z.B. in der Kölner Altstadt) sind erst aufgetreten, seit man viele Berg- und Auwälder vernichtet hat. Bergwälder fangen im Frühjahr viel Schmelzwasser auf, und Auwälder tun das übrige, wenn Flüsse über die Ufer treten. Aber viele Bergwälder in den Alpen hat man für Skipisten gefällt.

Auch die schweren Überschwemmungen in England (zuletzt im Winter 2013/14) treten auf, weil man auf riesigen Gebieten Mais anbaut, wo vorher Wald stand.

Bild: Mangroven mit Stelzwurzeln in Indonesien.
© 2008 Colin Trainor/Wikimedia Creative Commons

Wälder verhindern Bodenerosion

Das versteht ja jedes Kind, dafür braucht man keine Wissenschaftler: Ein dichtes Netzwerk aus Baumwurzeln hält jeden Boden zusammen, egal ob Kies oder Humus oder Lehm. In den Bergen und an den Flanken von Hügeln ist das besonders wichtig.

Aber auch das Laubdach hilft, den Boden zu bewahren, denn die Pflanzendecke hält die Luft kühl und feucht, die Laubschicht isoliert den Boden zusätzlich. So trocknet er nicht aus.

Und der Pflanzenbewuchs sorgt dafür, dass der Regen nicht auf ungeschützten Boden trifft und ihn einfach davonschwemmt!

Bild: Eibenwurzeln, die einen Geröllhang befestigen

Wälder verhindern Sandstürme und Verwüstung

Die Wüsten der Welt dehnen sich aus (vor allem deswegen, weil Menschen die Bäume und Büsche an ihren Grenzen fällen und verfeuern). Und Sandstüme kennen ebenfalls keine Grenzen. So müssen sich die Menschen z.B. in Peking mehrmals im Jahr gegen einen Sandsturm aus der Wüste Gobi rüsten, obwohl diese Hunderte von Kilometern entfernt liegt.

Das geht den Chinesen schon lange gegen den Strich, und so haben sie bereits 1978 beschlossen, »Chinas Grüne Mauer« zu schaffen, einen breiten Waldgürtel im Norden des Landes, der die Sandstürme aufhalten soll. Im Jahr 2050 sollen die Pflanzungen beendet sein, dann wird dieser neue Wald 350.000 Quadratkilometer bedecken.

Schon jetzt, zur Halbzeit quasi, hat er dafür gesorgt, dass 200 Mio. Tonnen Sand weniger in China ankommen.

Daran haben sich die Länder Afrikas ein Beispiel genommen und 2012 mit der Pflanzung von »Afrikas Grüner Mauer« begonnen. Dieser Wald soll dafür sorgen, dass die Sahara sich nicht weiter nach Süden ausdehnt.

Bild links: Eine Chinesin in Peking schützt sich mit einem roten Tuch. © 2010 dpa.
Bild rechts: Autos nach einem Sandsturm in Peking.
© 2003 China Internet Information Center (CIIC)

 

Quellen:
Fred Hageneder, baum-news Januar 2010 »Chinas Grüne Mauer wächst«
Fred Hageneder, baum-news Juni 2010 »Afrikas Grüne Mauer«

Wälder verhindern Seuchen

Wo der Regenwald im Amazonasgebiet (Südamerika) zerstört wird, folgt die Malaria. Wissenschaftler haben Zigtausende von Wasserproben untersucht und die enthaltenen Mückenlarven gezählt, die den Malaria-Virus tragen. Es zeigte sich, dass je stärker der Wald einer Region zerstört ist, desto mehr Malariamücken gibt es. In Gegenden mit starker Entwaldung findet man achteinhalb Mal mehr (850%) Malariamücken als dort, wo der Urwald noch intakt ist.

Die Gründe hat man noch nicht untersucht, aber eigentlich liegen sie auf der Hand: Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in waldlosen Gebieten sind höher (das begünstigt die Entwicklung der Mücken); ohne die durstigen Baumwurzeln bilden sich überall Reservoirs stehenden Wassers (Pfützen, Teiche, Lachen) – ideal für Mückenlarven; mit dem Wald Verschwinden die Tiere, die Mücken fressen, allen voran die Vögel.

Viele Städte in Südostasien haben dasselbe Problem. Die angrenzenden Wälder wurden gefällt, und in den Brachflächen breiten sich verschiedene Mückenarten aus, die dann Krankheitserreger in die benachbarten Städte tragen.

Jährlich erkranken weltweit 500 Millionen Menschen an Malaria, eineinhalb Millionen sterben daran.

Bild: Malariamücke bei einer Mahlzeit

 

Bäume gleichen die Luftelektrizität aus

Wer kennt nicht das Knistern beim Haarekämmen, das Prickeln auf der Haut, wenn man sich einen Pullover aus synthetischen Fasern ausgezogen hat und die Härchen auf den Armen hochstehen? Oder den leichten elektrischen Schlag am Griff einer Autotür oder an einer Rolltreppe? Das kommt daher, dass Elektrizität nicht etwa nur in der Steckdose existiert, sondern von Natur aus überall ist, obgleich längst nicht so stark konzentriert wie in der Steckdose.

Die elektrische Ladung oder Elektrizitätsmenge ist eine mit den Elementarteilchen verbundene Eigenschaft, und darum auch eine der grundlegenden Größen der Physik.

Die Kräfte zwischen elektrischen Ladungen bewirken den Zusammenhalt der Atome und Moleküle. Wenn sich elektrische Ladung bewegt, fließt elektrischer Strom.

Die Erde hat ein elektrostatisches Feld. Überall finden sich positiv und negativ geladene Ionen. Die tun erstmal nicht viel und hängen nur herum. In Bodennähe beträgt die elektrische Feldstärke immerhin 100 bis 130 Volt pro Meter. Dies ist sehr gut für das Pflanzenwachstum, denn es regt die Photosynthese an.

Die Ionendichte (also die elektrische Ladung) steigt mit der Höhe über dem Erdboden. Am höchsten ist sie in der deshalb auch so genannten Ionosphäre, die ungefähr 80 km über dem Erdboden beginnt. Die Ionosphäre wird duch die Strahlung von der Sonne beständig aufgeladen.

Die Luft ist also vorwiegend positiv geladen und die Erde negativ. Wir, die wir auf der Erde stehen und gehen, sind auch leicht negativ geladen.

Wenn sich ein Gewitter aufbaut, meint man manchmal, man könne fast ein Knistern in der Luft spüren. Tatsächlich erhöht sich die Feldstärke jetzt auf bis zu 35.000 Volt pro Meter! Diese Spannung entlädt sich punktuell, wenn Blitze in Türme, Masten oder Bäume einschlagen.

Aber lebende Bäume sorgen ständig (nicht nur bei Gewittern) dafür, dass die Luftelektrizität ausgeglichen bleibt. Auch ganz ohne Physikunterricht tun Bäume genau das richtige!

Bild: Die Haare reagieren auf die Elektrostatik der Luft auf einer Plastikrutsche.
© 2008 Ken Bosma/Wikimedia Creative Commons

 

Quellen:
Fred Hageneder: »Bäume, Elektrizität und Magnetismus«, in: Der Geist der Bäume, Saarbrücken 2014, S. 45-49
Wikipedia: Elektrostatisches Feld der Erde

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